13. Januar 2023

Change vs. Transformation

Komplexe Veränderungen begleiten

Change vs. Transformation. Warum dieses Thema? Weil ich in Organisationen oft erlebe, dass wir da einiges durcheinander werfen und weil ich mir wünsche, dass wir Transformation mehr leben, oder besser gesagt spüren. Es ist gerade jetzt unheimlich wichtig, über Transformation zu sprechen.

 

Über die Bedeutung von Begriffen

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen kompliziert und komplex?

 

Im beruflichen Alltag sprechen wir über Change, Veränderung und Transformation und unterscheiden das oft nicht wirklich. Dabei gibt es einen Unterschied. Das kann auch zu Verwunderung führen, wenn dann das groß angelegte Change-Programm im Unternehmen nicht funktioniert. Dabei kann das tatsächlich daran liegen, dass dieses Programm eigentlich eine Transformation gebraucht hätte – und dafür wäre ein anderes Vorgehen nötig. Deswegen ist es so wichtig, die richtigen Begriffe zu nutzen und deren Bedeutung zu verstehen.

Wir starten mal mit einigen Fragen: Ist eine Software für die Personalverwaltung (z.B. Arbeitszeiten, Reisekostenabrechnung, Onboarding) kompliziert oder komplex?

Beantwortet das gerne für euch.

Zur nächsten Frage: Ist die Einführung einer solchen Software in einer Organisation kompliziert oder komplex?

Vermutlich merken die meisten jetzt, dass wir uns bisher gar nicht so genau bewusst gemacht haben, was diese Begriffe bedeuten.

Die Software an sich ist kompliziert. Es ist ein kompliziertes System, das auf einem Ursache-Wirkung-Denken basiert. Obwohl es vermutlich viele verschiedene Aspekte gibt, die voneinander abhängig sind, kann man die Dinge vorhersagen: „Wenn das passiert, tritt das ein.“ Es gibt also eine klare Lösung für Probleme und das System kann kontrolliert werden. Das heißt allerdings nicht, dass es einfach sein muss. Im Gegenteil, es braucht vermutlich Expert:innenwissen und ausreichend Erfahrung.

Wie sieht es aber mit der Einführung aus? Die ist komplex.

In komplexen System kommen wir mit einem Ursache-Wirkungs-Denken nicht weiter. Alles ist miteinander vernetzt und wenn A passiert, kann B folgen, muss es aber nicht. Es können noch viele andere Punkte C,D,E, … eintreten. Wir können vielleicht Annahmen treffen, was passieren könnte, aber wir können uns nicht mehr sicher sein. Es ist nicht vorhersagbar und vor allem auch nicht kontrollierbar. Hier sehen wir oft auch den Butterfly Effekt, manchmal kann ein kleiner Impuls Großes bewirken.

In komplexen Systemen sind nicht die einzelnen Elemente entscheidend, viel wichtiger sind die Beziehungen und Interaktionen.

Hierzu habe ich vor kurzem ein schönes Zitat in dem Buch „Wir können auch anders“ von Maja Göpel gelesen:

In komplexen Systemen sind Beziehungen der Schlüssel. Verbindungen oder Beziehungen bestimmen, wie komplexe Systeme funktionieren; eine Organisation besteht aus ihren Beziehungen und nicht aus ihrem Flussdiagramm. Und diese Erkenntnis ist entscheidend für das Verständnis, wie sich komplexe Systeme von einfachen oder komplizierten Systemen unterscheiden.”

Frances Westley, Brenda Zimmermann, Michael Quinn Patton

Was bedeutet Change vs. Transformation? Und was heißt das für Führungskräfte und Verantwortungsträger:innen?

Für komplexe Probleme braucht es andere Herangehensweisen, andere Perspektiven und andere Lösungen. Das geregelte, klassische Projektmanagement ist gut, funktioniert aber nur in manchen Fällen. In komplexen Situationen braucht es etwas anderes – dann sind wir nämlich nicht im Change, sondern in der Transformation.

An dieser Stelle möchte ich euch gern ein Modell an die Hand geben, um noch besser zu verstehen, was es eigentlich bedeutet, ob etwas komplex oder kompliziert ist: Das “Cynefin” Modell. Das ist walisisch und bedeutet wörtlich “Lebensraum”.

Bei diesem Modell kommen noch zwei weitere Begriffe hinzu: einfach und chaotisch.

Das Modell wurde vom ehemaligen IBM Mitarbeiter und Berater Dave Snowden entwickelt und besteht aus fünf Feldern.

 

Was heißt das jetzt für Führung?

  • Wir müssen uns bewusst machen, ob wir uns in komplizierten oder komplexen Situationen befinden

  • Wenn wir die Situation (er)kennen, müssen wir wissen, wie wir vorgehen

  • Reflexion: welche Arbeitsstruktur braucht es, welche Rahmenbedingungen und welche Regeln?

  • Es braucht ein neues Verständnis von Führung – nicht mehr Kontrolle und Ansage, sondern vor allem New Leadership (dazu könnt ihr mehr in Folge 5 hören)

  • Es braucht Resilienz und ein Umgang mit Unsicherheit und Ungewissheit. Dafür sind vor allem das Spüren, Wahrnehmen und Kommunizieren wichtig (in Folge 6 geht es um die Arten des Zuhörens)

  • Agilität ist nicht immer die Lösung: Wir haben auch komplizierte oder einfache Probleme, für die es nicht immer einen Expert:innenrat oder iterative Schleifen benötigt

In Folge 32 erkläre ich das “Cynefin” Modell noch ausführlicher und ihr erfahrt mehr zu dem Thema Change vs. Transformation (mit Beispielen aus dem Alltag. 

Leadership Programm

 

Ich hoffe, dass ich euch damit ein bisschen mehr Klarheit bzgl. Change und Transformation mitgeben konnte. Wenn ihr noch tiefer eintauchen möchtet, dann lasst uns gemeinsam spielen. Spielen? Genau. Im letzten Modul des Leadership Programms durften die Teilnehmer:innen diese Theorie nämlich mit Lego erleben. Uns ist es sehr wichtig, Erfahrungen machen zu lassen.

Wenn ich euch jetzt also neugierig gemacht habe und ihr als Verantwortungsträger:innen wachsen und euch und andere stärken möchtet, dann meldet euch jetzt für das Leadership Programm an. Über 8 Monate begleiten wir die Teilnehmer:innen sehr intensiv, so dass sie in ihrer Führungsrolle wachsen und vor allem wirken können. Wir schauen uns die Themen Selbstführung, New Work, Teamführung und Transformation an. Es ist auf jeden Fall inspirierend und innovativ.

Wenn auch ihr gerade einen neuen Entwicklungsraum sucht, dann informiert euch gern über unser Programm, das im Juli 2023 mit dem nächsten Kurs startet. Bucht auch gerne schon jetzt ein kostenloses Erstgespräch. Ich würde mich freuen, wenn ihr dabei seid!

 
Foto: Nataliya Vaitkevich

     

    Meine Name ist Romy Möller. Ich bin Coach, Pädagogin und Prozessbegleiterin. Mit meiner Arbeit möchte ich einen Raum von Offenheit schaffen und genau die Impulse geben, die nötig sind, damit Tiefe, Verbundenheitund eigene Freiheit in der Arbeitswelt entstehen können. Dabei bin ich davon überzeugt, dass die Arbeitswelt in Schulen als auch in Unternehmen von Wertschätzung und Leidenschaft geprägt sein kann und wir von- und miteinander lernen können. Daher ist für mich das „zusammenWachsen“ von Schule und Wirtschaft ein Herzensthema.

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    Romy Moeller
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