Mein Visionboard – ein Gefühl für dieses Jahr

Im Januar habe ich über meine Ziele geschrieben; Ziele, die ich dieses Jahr erreichen möchte; Ziele, die mich inspirieren und gleichzeitig auch anspornen; Ziele, die schon in irgendeiner Weise „messbar“ sind. Neben diesen Zielen habe ich dieses Jahr das erste Mal noch ein Visionboard gebastelt – um mir einmal selbst eine Meinung um diesen Hype zu bilden. Meine Erfahrung möchte ich gern mit dir teilen.

Ein Visionboard – ein Ausdruck des großes „Ganzen“

Ich möchte an dieser Stelle keine Definition geben, was ein Visionboard ist, denn ich glaube, da gibt es sicherlich viele Auffassungen und jeder muss auch für sich schauen, was er darunter versteht.

Für mich ist es eine Visualisierung, die ein Lebensgefühl transportiert, meine Wünsche und Sehnsüchte darstellt und mich an meine Prioritäten erinnert. Daher sehe ich es auch als Ergänzung zu meinen Zielen.

Meine Ziele sind für mich mit konkreten Handlungen verbunden. Natürlich stehen dahinter auch Wünsche und Bedürfnisse; sie sind für mich aber ein bisschen greifbarer.

Ein Visionboard ist für mich persönlich dagegen eher etwas „Größeres“ – zum einen leiten sich daraus die Ziele ab, zum anderen führen die Ziele auch dahin.

Ich persönlich habe für mich beschlossen, dass ich ein „1-Jahres-Visionboard“ erstelle. Man kann dieses natürlich auch für mehrere Jahre machen. Ich wollte aber vor allem meinen Fokus auf dieses Jahr legen, da ich ab Mitte März in meine hauptberufliche Selbstständigkeit starte und somit einen ganz großen Freiraum in meinem Leben spüre, den ich gestalten und füllen kann.

Demnach drückt es für mich aus, wie ich mich in diesem Jahr fühlen, worauf ich meinen Fokus legen und was ich gern erleben möchte. Was würde dieses Jahr wunderbar machen? Auf was würde ich gern am 31.12.2019 zurückblicken?

Ein Visionboard – ein Prozess

Nein, ich bin nicht einen Sonntagmorgen aufgestanden, habe die Musik laut gedreht, meine Schere und meinen Kleber raus geholt und habe mal angefangen, paar Bilder zusammenzustellen. – Ich glaube, so einfach ist es nicht.

Ein Visionboard drückt dein Inneres aus und dafür braucht es meiner Meinung nach Zeit. Du musst bei dir Ankommen und deine Wünsche spüren können – und vor allem musst du sie dir auch erlauben können. Die Collage war quasi nur das Endprodukt eines Reflexionsprozesses.

Wie bin ich aber dahin gekommen?

Ich habe mir im Dezember schon viel Zeit genommen, um das Jahr 2018 zu reflektieren: Worauf war ich stolz? Was waren meine „Erfolge“? Wofür bin ich dankbar? Was möchte ich aber vielleicht auch loslassen? Was darf vielleicht auch in mein Leben kommen? – Ich mache diese Reflexion schon seit zwei Jahren und genieße diese Zeit immer besonders. Als eine kleine Hilfe habe ich hierzu auch ein Reflexionsjournal erstellt.

Somit wusste ich schon, wie mein 2019 aussehen darf. Besonders wichtig ist für mich dabei immer mein „Wort des Jahres“: Welches Wort soll mich dieses Jahr begleiten? – Bei mir ist es dieses Jahr „Vertrauen“.

Mit diesem inneren Bild habe ich nun versucht, dafür Bilder und Wörter zu finden. Ich habe also bestimmt zwei Wochen lang immer mal wieder abends Zeitschriften durchgeblättert und alles ausgeschnitten, was mich angesprochen hat. Somit habe ich erst einmal „wild“ gesammelt.

Nach diesem Sammelprozess habe ich die Bilder ein wenig sortiert und geschaut, ob auch alle Lebensbereiche, die ich für mich in meiner Jahresreflexion als wichtig erachtet habe, vertreten sind. Da ich leider nicht für alle Bereiche passende Bilder gefunden habe, habe ich dann noch im Internet konkret gesucht und diese ausgedruckt.

Nun kam die Auswahlphase: Was ist mir wirklich wichtig? Worauf möchte ich den Fokus legen? Ich habe für mich persönlich diese Bereiche ausgewählt: Lebensstil, Auszeiten, Freizeit und Arbeit. – Ich habe danach entsprechend die Bilder und Wörter noch einmal aussortiert.

Und dann erst entstand mein Visionboard: Ich habe die Bilder angeordnet, verschoben, noch einmal 1-2 gewechselt – bis das Bild für ich gefühlt „stimmig“ wirkte. Dann wurde geklebt.

Ein Visionboard – meine morgendliche Erinnerung

Und jetzt strahlt mich jeden Morgen beim Aufwachen mein Visionboard an – es steht nämlich direkt gegenüber von meinem Bett auf der Kommode.

Und tatsächlich muss ich feststellen, dass ich damit viel fokussierter in den Tag starte. Ich frage mich immer:

Wie schaffe ich es heute, dass genau diese Vision wahr wird? Welchen kleinen Schritt kann ich heute dafür tun?

Natürlich ist es an manchen Tagen leichter und an manchen schwieriger. – Aber jeder noch so kleine Schritt macht dieses Visionboard real. Auch wenn ich es zum Beispiel in einer stressigen Woche nicht immer schaffe, selbst ein gesundes Essen zu kochen, nehme ich mir dann zumindest vor, das gekaufte in Ruhe zu essen, denn auch das gehört zum „healty lifestyle“.

Gefühlt gibt mir diese Visualisierung Energie und einen besseren Fokus und tatsächlich ploppt bei jeder Entscheidung, die ich treffe, mein „YES“ auf – ein YES in der Mitte meines Visionboards, welches aus vielen kleinen „NOs“ besteht – ein YES zu meinen Prioritäten bedeutet manchmal auch, zu anderen Dingen nein zu sagen. – Und schon allein deshalb freue ich mich, dass ich mir die „Arbeit“ gemacht habe, dieses Visionboard zu basteln.

Hast du auch schon einmal ein Visionboard gebastelt? Welche Erfahrung hast du damit gemacht? Schreibe mir gern eine Nachricht, ich bin gespannt.

Die guten Vorsätze – Druck oder Motivation?

Kennst du dieses Gefühl kurz vor Silvester: eine Mischung aus Stolz, Erleichterung und Melancholie. Man fragt sich, wohin die Zeit schon wieder verflogen ist, man blickt auf schöne Erlebnisse zurück, aber irgendwie hat manches auch nicht so geklappt und man freut sich, am nächsten Tag noch einmal von vorne „beginnen“ zu können.

Mit neuer Energie. Mit neuer Motivation. Und vor allem mit neuen Vorsätzen. – Und diesmal ist man sich sicher, dass man sie ganz bestimmt durchhält.

Also fängt man mit der Liste an:

… ich werde mehr Sport machen

… ich werde mich gesünder ernähren

… ich werde mehr Zeit mit meinen Freunden verbringen

Und eigentlich stehen jedes Jahr fast dieselben Ziele auf der Liste. – Erkennst du dich gerade darin wieder?

Warum passiert uns das und warum verfallen wir jedes Mal zu Silvester in einen solchen Aktionismus?

Wir erinnern uns an das, was wir nicht geschafft haben

… und nicht an das, was wir alles geschafft haben. Ja, so sind wir manchmal. Unser Fokus liegt meist auf den Dingen, die nicht gut sind, die uns Angst machen, da wo eine Gefahr lauert. Das war früher auch gut, als wir noch Jäger & Sammler waren und wir die Gefahren schon in möglichst großer Entfernung erkennen mussten. Es war auch gut, dass wir uns vor allem an die Gefahrensituationen erinnert haben, damit uns dies nicht noch einmal passiert. – Und leider ist unser Gehirn immer noch so programmiert. Daher erinnern wir uns auch am Ende des Jahres vor allem an die Dinge, die wir nicht geschafft haben.

Die gute Nachricht ist aber, wir können das ändern. Wir müssen es aber bewusst ändern. Wir müssen bewusst unsere Perspektive auswählen, damit wir auch das sehen, worauf wir stolz sind. Dies können wir erreichen, indem wir regelmäßig ein Dankbarkeitstagebuch schreiben oder in regelmäßigen Abschnitte einmal innehalten und unsere Aufmerksamkeit auf die Erfolge lenken. Das Stichwort ist also Achtsamkeit.

Damit ich dies persönlich schaffe, habe ich mir angewöhnt, jedes Vierteljahr einmal zurückzublicken; also auch immer kurz vor Weihnachten. Hast du dir auch noch einmal vor Augen geführt, wie toll 2018 war und welche Erfolge du hattest?

Wenn nicht, kannst du das noch nachholen, nutze gern mein Reflexionsjournal dafür.

Die Motivation kommt von außen

… und nicht von innen. Der Jahreswechsel ist der Auslöser, dass du etwas in deinem Leben ändern möchtest? Heißt das also, dass wir vielleicht noch 350 Tage warten müssen, bis wir wieder was ändern können?

Nein! – der richtige Zeitpunkt ist dann, wenn DU etwas verändern möchtest. Egal ob es Montag ist, ein neues Jahr beginnt oder du in ein neues Lebensjahr startest; denn wenn du dir nur wegen eines Datums etwas vornimmst, fällt dir die eigentliche Motivation und dann wirst du irgendwann „scheitern“. Du fühlst dich dann vermutlich auch noch schlechter als vorher.

Es sind nicht DEINE Vorsätze

… und deshalb verlierst du irgendwann die Motivation. Die Frage ist doch, WOZU du manche Ziele notierst. Willst DU es wirklich oder sind es Ziele, weil es schließlich „gut“ ist; gut gesund zu leben, gut mehr Sport zu machen und gut mehr Zeit mit Freunden zu verbringen?

Welche Motivation steckt aber dahinter?

  • Möchtest du vielleicht mehr Kraft haben und dich im Alltag fitter und wohler fühlen, dann könnte Sport ein Mittel sein, das zu erreichen. Du könntest joggen gehen oder aber auch Wakeboarden.
  • Möchtest du vielleicht mehr Energie für deine Hobbys haben, dann hilft dir vielleicht eine gesunde Ernährung, weil du deinem Körper das gibst, was er dafür braucht. Vielleicht wäre aber auch regelmäßiger Schlaf ein gutes Ziel.
  • Möchtest du vielleicht wieder mehr Ausgeglichenheit in dein Leben holen, dann könntest du dich mehr mit Freunden treffen. Oder du probierst das meditieren aus.

Wenn du weißt, wozu du dir etwas vornimmst, dann ist dir DEIN Ziel auch bewusster und somit für dich leichter, es auch zu verfolgen; denn du weißt, wozu du es machst.

Formuliere daher deine Ziele bewusst

… reflektiere erst einmal, wo du gerade stehst und erkenne das Positive an

… schaue, wo du gern stehen möchtest

… überlege, ob du momentan die Energie aufwenden möchtest, um etwas zu ändern

… formuliere vor allem dein WOZU und schaue, wie du dies erreichen kannst

Wenn du dir diese Punkte überlegt hast, dann kannst du auch gern Neujahr als Anlass nehmen, neue Ziele zu formulieren. Ich habe mir zum Beispiel folgende Ziele formuliert.

Ich möchte mich fit und gesund fühlen, damit ich die Energie für den Aufbau meiner Selbstständigkeit habe; daher gehe ich mindestens 3x die Woche zum Sport und esse bewusst und in Ruhe.

Ich möchte gern auf eigenen Beinen stehen und unabhängig sein, damit ich meine Ideen ohne Widerstand umsetzen kann; daher habe ich gekündigt und habe mir ein Umsatzziel für dieses Jahr vorgenommen.

Ich möchte ein ausgeglichenes Leben haben und mich verbunden fühlen, damit ich auf meine Ressourcen achte; daher mache ich mindestens einen Tag in der Woche „arbeitsfrei“, den ich so verbringe, wie ich es möchte.

Und jetzt lade ich dich ein, dass du deine Ziele formulierst und im nächsten Beitrag werde ich dir mehr über mein Visionboard verraten.